Technologie Historie
Die historischen Wurzeln der Tridelta Thermprozess GmbH liegen in der über 110jährigen Geschichte der Herstellung technischer Keramik in Hermsdorf und an zugeordneten Standorten. 1889 gründete das Porzellanunternehmen Kahla AG ein Porzellanwerk in der kleinen Ortschaft Hermsdorf, die sich durch Holzreichtum und günstige Verkehrslage auszeichnete.Die anfängliche Produktion von Geschirr wurde bald auf elektrotechnisches Porzellan umgestellt und nach kurzer Zeit waren bereits 21 Brennöfen in Betrieb bei einer Mitarbeiterzahl von 800.
In der Porzellanfabrik Freiberg der Kahla AG wurde Anfang 1924 eine wärme- und brenntechnische Abteilung gegründet, die Friedrich Dettmer als leitender Oberingenieur übernahm. Er begann die Basis für die theoretische und technologische Beherrschung des Brennprozesses zu erarbeiten.
Als ein erstes Hauptergebnis seiner Tätigkeit konnte er 1927 auf Basis des Betriebes von drei Tunnelöfen für Elektroporzellan im Werk »Margarethenhütte« in Großdubrau die Tunnelofenproblematik technologisch beherrschen. Mit Schließung der Freiberger Porzelline Ende 1931 wechselte F. Dettmer zusammen mit anderen Wissenschaftlern, Technikern und Facharbeitern in die HESCHO (Hermsdorf-Schomburg Isolatorengesellschaft) nach Thüringen über. Nach kurzer Tätigkeit in der Porzellanfabrik Hermsdorf machte sich Dettmer im benachbarten Bad Klosterlausnitz selbständig als beratender Ingenieur für Keramik mit den Arbeitsgebieten Trocknung, Brenntechnik, Ofenbau, Wärmewirtschaft und Organisation.
In dieser Zeit fungierte er bis 1937 auch als Obmann des wärmetechnischen Ausschusses der DKG und hat in dieser Funktion auf zahlreichen Tagungen der DKG zu brenn- und ofentechnischen sowie wärmewirtschaftlichen Problemen berichtet.
Es liegt nahe anzunehmen, daß in dieser Schaffensperiode F. Dettmer auch entsprechende Entwicklungen in der HESCHO beeinflußt haben dürfte, machte doch gerade die Porzellanfabrik Hermsdorf nach 1930 einen grundlegenden Strukturwandel von einer Porzellanfabrik zu einem keramischen Werk durch.
Für die vorwiegend unter Leitung von Dr. Werner Rath laufenden Entwicklungen keramischer Sondermassen und Erzeugnisse, insbesondere keramischer Dielektrika, waren werkstoff- und erzeugnisspezifische Öfen zum Sintern und Metallisierungseinbrand unter verschiedenen Atmosphären erforderlich, wofür oftmals sintertechnisches Neuland zu beschreiten war.
Als dann 1947 im Werk Hermsdorf der Hescho-Kahla offiziell eine Abteilung Brenntechnik unter Ing. Fritz Garbe gegründet wurde, so ist das als neue Herausforderung aus dem stürmischen Aufschwung der technischen Keramik nach dem zweiten Weltkrieg zu werten.
Kam es doch auch in Hermsdorf zur Herausbildung neuer Erzeugnisgruppen und Betrieben wie hart- und weichmagnetische Ferrite, Dielektrika und passive Halbleiter, Piezokeramiken, Sintermetalle, Mikroelektronik und Oxidkeramik. Diese neuen Erzeugnislinien waren alle mit spezifischen Eigenentwicklungen von Anlagen zum Glühen, Sintern, Metallisieren und Löten in verschiedenen Atmosphären bei Temperaturen bis hin zu 2100°C verbunden. Dieser Entwicklungsprozeß sei bis zu den Ursprüngen zurückgehend nochmals chronologisch skizziert:
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bis 1930 |
kohlebeheizte Rundöfen für Geschirr-, Elektro- und Chemieporzellan |
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30er Jahre |
Einsatz elektrisch beheizter Öfen für keramische Sondermassen, anfangs spiralbeheizte Glüh- und Glasureinbrennöfen, später Plattendurchstoß- und Kleinkammeröfen |
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um 1939 |
erster Ofen mit SiC-Heizstäben für Rohrkondensatoren |
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um 1940 |
erster Kanalofen mit SiC-Heizstäben, dann umgebaut in einen 6m-Kanal-Plattendurchschubofen mit Unter- und Oberheizung; als weiterentwickelter Zweikanalofen war er über Jahrzehnte das bestimmende Sinteraggregat in der keramischen Bauelementefertigung; nach dem Zweiten Weltkrieg auch für die Massenfertigung von Ferriten |
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nach 1945 |
Aufbau einer Eigenfertigung von Pyrometerkegeln |
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ab 1948 |
2 Tunnelöfen und 12- bzw. 16-Kammer-Ringofen mit Generatorgas für Elektroporzellan; Umstellung der Rundöfen auf Generatorgas |
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1954/63 |
Aufbau von drei 60m-Tunnelöfen |
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um 1961 |
Einsatz eines ersten Wasserstoffschutzgasofens für Pulvermetallurgische Erzeugnisse auf Basis von W, Mo, Ta und entsprechenden Legierungen (Kanaldurchschubofen mit Mo-Blech-Schiffchen und -Gleitbahn sowie Mo-Heizdrahtwendeln) |
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1962 |
30m-Hochtemperatur-Tunnelofen für 1600°C mit Ölfeuerung; eine spezifische Entwicklung der Sintertechnik war für die Herstellung weichmagnetischer Ferrite erforderlich: N2/O2-Atmosphäre, exakte Temperaturführung, feuerfeste Stahlkanäle, einfache Schleusentechnik |
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1968/70 |
Umstellung aller brennstoffbeheizten Öfen auf Ferngas |
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70er Jahre |
beginnende Realisierung der »Schnellbrandtechnik« für Elektroporzellan und Oxidkeramik in Hauben- und Herdwagenöfen |
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80er Jahre |
Einführung der Gasimpulsfeuerung; Klebetürme für Porzellan-Großkörper |
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90er Jahre |
Mehrturmöfen, Drehherdöfen für elektronische Bauelemente |
Zunehmend wurden durch die Messungen während des Sintervorganges die Beziehungen zwischen Produkt- und Sinterparametern verfolgt wodurch sowohl die Erzeugnisqualität bzw. Fertigungsausbeute als auch die Konstruktion und Fahrweise der Öfen optimiert werden konnte.





